Boreout Syndrom: Unterforderung am Arbeitsplatz

Das Burnout, als Ausbrennen oder Überbelastung, dürfte den meisten ein Begriff sein.

In dem von Philippe Rothlin und Peter Werder im März 2007 veröffentlichten Buch „Diagnose Boreout”, wird das genaue Gegenteil, das Boreout (Unterforderung) vorgestellt.

Die Unterforderung stellt genau wie die Überbelastung ein Extrem der Arbeitswelt dar, das wir ernst nehmen sollten.

Symptome des Boreout Syndroms sind:

  • Müdigkeit
  • Desinteresse
  • Schlechte Laune
  • Leidenschaftslosigkeit
  • Langeweile durch Unterforderung
  • Identifikationsprobleme mit der eigenen Arbeit

Unterfordert und gestresst, nicht faul

Menschen, die das Boreout Syndrom gepackt hat, sind nicht faul. Sie wollen arbeiten, doch die Arbeit oder das Unternehmen gibt diesen Menschen nicht die nötige Auslastung.

Dieser Effekt kann vor oder während der Arbeit entstehen. Und im Grunde ist niemand vor ihm sicher. Vor allem Arbeitnehmer, die ihre Aufgaben und deren Pensum nach einem festen  Plan erledigen müssen, sind beliebte Opfer. Ebenso betroffen sind Personen, die einer Tätigkeit nachgehen, die deren Leidenschaft und Tatendrang nicht wecken.

Der Wunsch, im Beruf weniger arbeiten zu müssen, ist zwar bei vielen vorhanden, doch ist dieser nicht mit einem Boreout gleichzusetzen. Denn eine dauerhafte Unterforderung führt eher zu mehr, anstatt weniger Stress. Der Arbeitsplatz wird somit zum unangenehmen Wartezimmer, bei dem man ständig auf die Uhr schaut, in der Hoffnung, dass wieder eine weitere Minute verstrichen ist.

Künstliche Auslastung

Alle Boreout-Opfer werden die freie Zeit nun auf ihre eigene Weise nutzen. So könnte man sich, anstatt nur rumzusitzen, mit privaten Dingen und Verpflichtungen die Zeit vertreiben. Dazu gehören meist das Surfen und Kaufen im Internet, private Telefonate und Smalltalk mit den Kollegen. Nur der Chef sollte von diesen Dingen nichts mitbekommen.

All diejenigen, die private Dinge nicht während dieser „Arbeitszeit” erledigen möchten (oder sich nicht trauen), widmen sich dann doch wieder bestehenden Projekten. Nur was tun, wenn  das Projekt im Grunde schon fertig ist? Genau, man bastelt einfach noch ein bisschen dran herum. Und ehe man sich versieht, ist man vom Boreout und Perfektionismus gleichermaßen betroffen. Zukünftige Aufgaben, die man früher sehr effizient erledigen konnte, stellen von nun an ein großes Hindernis dar.

Diese beiden unangenehmen Gefährten wieder loszuwerden, stellt sich mit zunehmender Dauer als äußerst schwierig dar. Die freie Zeit wird anderweitig gefüllt, womit die Kraft zur Überwindung einer solchen Unterforderung fehlt.

Auf diese Weise wirken Sie auf Kollegen vielleicht beschäftigt, doch Sie selbst fühlen sich immer noch leer und ungebraucht. Auch das in jedem Menschen vorhandene Bedürfnis nach Anerkennung kann so nicht befriedigt werden.

Good Bye Boreout

Zum Glück gibt es mehrere Möglichkeiten sich vor einem Boreout zu schützen:

  1. Präventive Maßnahme: Üben Sie eine Arbeit aus, die Ihnen Freude bereitet und Ihnen nicht jeden Tag das Gefühl gibt, wieder arbeiten gehen zu MÜSSEN, sondern zu DÜRFEN!
  2. Gesunde Balance finden: Ihre Arbeit sollte Sie weder überfordern (Burnout) noch unterfordern (Boreout). Erledigen Sie deshalb Aufgaben, denen Sie gewachsen sind und an denen Sie gleichzeitig noch wachsen können.
  3. Private Anteile: Auf ihrer Arbeit sollten vor allem eines tun: arbeiten! Sobald ihr Zeitfenster für private Erledigungen fortlaufend zu wachsen scheint, sollten Sie sich mehr herausfordernden Aufgaben widmen.
  4. Identifizierung: Stellen Sie sich regelmäßig die Frage, warum Sie ausgerechnet in diesem Unternehmen arbeiten. Sobald Sie spüren, dass Sie nur wenige oder keine soliden Argumente sammeln können, haben Sie einen Hinweis darauf, dass Sie einem Boreout unterliegen.

38 Kommentare

  1. Mike 1.

    Ich langweile mich zu tode…

  2. Bobby 2.

    Wie wäre es, wenn “Boredommer” sich mal überlegen würden was für neue Projekte angeleiert werden könnten? Nur abzuwarten was einem so zugeteilt wird kann ja nicht immer der richtige Weg sein, oder?

  3. Pirnpaz 3.

    Boah, die Arbeit stinkt mir aus dem Hals. Ich hab nie was zu tun. Mach mir Gedanken über eine Kündigung. Leide ich eigentlich bereits unter einem Boreout-Syndrom?? Wenn ja, lasse ich mich gleich einweisen.

  4. borni 4.

    Scheint die nächste “Volkskrankheit” zu sein… Mir geht es ganz genauso. Arbeite bei einer staatlichen Einrichtung und habe leider nicht die Möglichkeit mir neue Projekte zu suchen. Gespräche mit der Chefin waren zur Genüge vorhanden. Leider ohne Erfolg. Zwar hatte ich mehr Arbeit (die natürlich immernoch nicht genug war, aber ok) nur musste ich feststellen, dass diese völlig sinnlos war und nur Zeitvertreib und “dann-ist-sie-wenigstens-wieder-ruhig”-Arbeit. Natürlich frage ich nach dem dritten “Projekt” dieser Art nicht mehr nach neuer Arbeit. Verständlich, oder? Ein Teufelskreis…

  5. Susi K 5.

    Gott sei Dank gibt es einen Namen fuer meine Langeweile im Job!
    Bin durch Zufall darueber gestolpert und froh darueber.
    Dachte ich leide an Burnout (aehnliche Symptome) was nicht sein kann, da ich seit September 2007 jobmaessig komplett unterfordert bin.

    Langeweile mich im Job und habe es meinem Chef VOR MONATEN gesagt… Die neuen Aufgaben sind so unspannend, dass ich tatsaechlich Vorstellungsgespraeche anleiere….

    Hoffe, dass das Buch mir weiterhilft.

  6. Netty 6.

    Endlich gibt es einen Namen für diesen Teufel!
    Im Studium immer nur unter Stress und Hektik, der Job danach kam wie gerufen und ist jetzt nur noch grausam…wie von 120 auf 10 runter.
    Ich habe keine Lust und sitze quasi meine Zeit nur ab. Irgendwann ist man auch mit allen privaten Dingen fertig und “tut so”, als wäre man beschäftigt. Jede einzelne Strategie kommt mir sehr sehr bekannt vor. Weil ich sie in den vergangenen 4 Monaten genauso gemacht habe (beängstigend!!) Ich war nie faul und nun habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mein (unverdientes) Gehalt bekomme.

    Vom Chef ist keine Hilfe zu erwarten, meine Kollegen sagen, ich “solle mich dem Arbeitstempo anpassen”. Aber bedeutet das für mich, für eine Präsentation, für die ich früher 1/2 Stunde brauchte, mir 3 Tage Zeit zu nehmen?
    Ich suche einen neuen Job…

  7. Angelika 7.

    Kann ich nur bestätigen. Und als ich sagte, daß ich mir spannendere Aufgaben und mehr Arbeit wünsche, kamen noch Sachen wie, such Dir ein Hobby, sei doch froh, wenn Du nicht soviel hast, Work-Life-Balance und solche Sprüche.
    Bin schon auf der Suche nach was neuem, vielleicht gehen die Kopfschmerzen und Müdigkeit dann weg.

  8. Merlin 8.

    Da schmeisst man seinen Job in der IT-Abteilung eines grossen Discouters, weil man bei einem reinen IT-Unternehmen goooooosse Perspektiven geboten bekommt.
    Bei Arbeitsantritt stellt man fest, dass das tolle Projekt sich in Wohlgefallen aufgelöst hat und die spannende Arbeit aus Übersetzungen und einer unkoordinierten Führungsetage besteht.

    …Oder wie sonst erklärt es sich, dass ich Zeit habe hier nicht nur den Text zu lesen sondern auch ein Kommentar zu verfassen?

  9. Westside 9.

    Leute

    ich kenne Euer Leiden nur zu gut. Ich komme am Morgen ins Büro, erledige alle anfallenden Sachen und bin dann manchmal schon nach 15 Min. ohne Arbeit. Dann warten bis 12.00 Uhr, Essen gehen und nach dem essen das gleiche. Ich komme ursprünglich aus der Privatindustrie (Vobis) arbeitete da als Filialleiter und war stets jeden Tag zu 150% ausgelastet. Jetzt im Staatsbetrieb als Informatiker läuft gar nichts mehr.

    Ich werde dieses Jahr 43 und habe jede Art von Psycho Krankheiten. Anhaltende Müdigkeit, Frust, Desinteresse, Lustlosigkeit, gereizt und mir würde noch viel mehr einfallen.

    Ich sitze in einer Zwickmühle, da dieser Job auch gutes mit sich bringt. 3x pro Woche kann ich noch bei meiner Mutter zum Essen vorbei. Arbeitsweg ist nur 10 Minuten, Salär ist auch ok.

    Eigentlich habe ich auch die Nase voll von Informatik. Ich beschäftige mich seit 1988 mit diesem Thema und wirklich etwas interessantes ist seit den 90er Jahren kaum mehr dazugekommen.

    Ich denke ich werde mal mit meinem Chef reden müssen. Die Angst vor einer Kündigung ist aber stet im Vordergrund…

  10. Jana 10.

    Das ist ja witzig! Ich kämpfe seit 3 Monaten mit meiner Langeweile im Job und kann es nicht begreifen, warum für mich so viel Geld ausgegeben wird. Und weil ich so wenig zu tun habe, surfe ich im Internet und finde das hier. Ich habe tausendmal lieber ganz viel Stress, als sowas hier. Weiß schon gar nicht mehr, was ich an privaten Sachen erledigen soll und jetzt kann ich mir auch erklären, woher meine Müdigkeit und Gereiztheit kommt. Habe schon angefangen, mir Excel-Kenntnisse selbst beizubringen, aber mir fehlt dazu die nötige Motivation. Gespräche haben auch nichts genützt. Keine Aussicht auf Besserung. Da hilft nur: einen neuen Job suchen!

  11. Sun 11.

    zum Glück bin ich nicht alleine …. nur dass bei mir ein Wechsel zwischen Unterforderung und Überforderung statt findet und das seit ca. 5 Jahren, aber seit dem letzten Jahr extrem und die Langeweilezeiten nehmen zu.
    In manchen Wochen (meist dann, wenn man sowieso genügend zu tun hat) kommt noch mehr dazu - und muss alles dringenst erledigt werden.
    In der anderen Zeit verbringt man seinen Arbeitstag nicht nur mit surfen oder sich Office-Kenntnisse oder Fachspezifisches anzueignen (zählt bei uns in der Firma alles zu privaten Dingen ), sondern wie ihr so schön beschrieben habt, damit Dinge die schon erledigt waren immer wieder zu erledigen. Und das immer langsamer, dabei schämt man sich den Kollegen gegenüber, die nicht wissen was sie zuerst tun sollen. Sagen kann man nichts, da die Kündigungswelle sonst auf einen selbst überschwappt (innerhalb eines halben Jahres wurde der Mitarbeiterbestand halbiert!)
    P.S. Bewerben kann man sich ja woanders, ob man dann aber einen Job bekommt ist trotzdem dahin gestellt - was bestätigter Weise auch mit am Ruf des jetzigen AGs liegt.
    Ein Teufelskreis.

  12. Birgit 12.

    Hallo,
    schön, dass es anderen auch so geht. Ich habe nach 3 arbeitsreichen Jahren nur noch Langeweile im Büro. Und wenn ich viel zu tun habe, dann nur noch Routinearbeiten.
    Jeder sagt wie toll das ist. Leider kann ich der Sache nichts abfinden, da meine Laune immer schlechter wird. Ich fühle mich unterfordert mit vielen psychosomatischen Symtomen.
    Ich denke auch - nur neu bewerben und hoffen auf Besserung

  13. Evelyne 13.

    Hallo,

    ja, es ist ziemlich unangenehm, in der sogenannten “Bore-out”-Situation zu stecken. Problematisch daran ist, dass sich eine gewisse Lethargie einschleicht, die allerdings nicht mit dem Arbeitstag endet, sondern sich in die Freizeit mit hineinzieht. Es ist einfach, von aussen zu sagen “Such Dir doch einen anderen Job”, denn diese Lethargie und Energielosigkeit gepaart mit der Sinnlosigkeit im Berufsdasein verstellt den Blick auf die eigenen Stärken und Möglichkeiten. Gleichzeitig bin ich innerlich so angespannt wie wenn ich unter Dauerstress stehen würde. Es ist ein Teufelskreis, denn das Leben im “Wartezimmer Arbeit” ist noch nicht so unterträglich, dass man gezwungen ist, Maßnahmen zu ergreifen, andererseits wird man immer träger und träger. Vor kurzem hat sich auch mein Körper diesbezüglich zu Wort gemeldet, indem ich mir sämtliche Infekte einfange, die in der Luft liegen, eine Art passiver Widerstand. Denn wenn man krank ist, kann man ja nix dafür und fühlt sich gerechtfertigt nicht da aufzutauchen, wo man eh nur vor sich hin wartet uns man keinen Sinn sieht.
    Und ich denke, spätestens, wenn körperliche Symptome auftauchen, ist es Zeit zu handeln. Man hat es selbst in der Hand, ich hoffe, ich schaffe es bald, diese Situation wieder in den Griff zu bekommen.

  14. Johanna 14.

    Hallo Zusammen!
    Als ich hier vor 1,5 Jahren angefangen habe, wusste ich vor Arbeit kaum noch wohin. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich jede Menge Überstunden. Aber seit 6 Monaten langweile ich mich zu Tode. Meine Überstunden habe ich bis auf eine annehmbare Zahl abgebaut, aber man will ja auch keine Minusstunden machen, sieht ja blöd aus.
    Daher sitze ich hier jeden Tag meine Zeit ab, gucke pausenlos auf die Uhr und frage mich welche sinnlose Website ich noch nicht besucht habe. Teilweise frage ich Freunde, ob ich was für sie googlen soll, damit ich beschäftigt bin.
    Der Job macht mir überhaupt keinen Spaß mehr und bevor ich hier hinvegetiere suche ich mir einen neuen Job. Einige Gespräche hatte ich schon. Ich kann nur hoffen, dass sich mit einem neuen Job die Situation ändert. Damit mein Hirn nicht einrostet, habe ich schon eine neue Sprache gelernt…..
    Was man nicht alles tut!!! Müdigkeit und Gereiztheit kenne ich sehr gut und auch die Lethargie, in die man verfällt. Dann lieber jeden Tag unter Strom stehen….
    Ich bin froh zu sehen, dass ich mit meiner Situation nicht alleine bin und wünsche uns allen, dass es besser wird!!!!

  15. Sven 15.

    Ich leide schon seit fast 3 Jahren an diesem Problem.

    Bis ich heute etwas über Boreout gelesen haben, dachte ich immer ich hätte sonst was.
    Bevor ich meinen jetzigen Job angenommen habe, hatte ich immer Arbeit für zwei oder drei, immer wieder neue Probleme zu lösen, Rufbereitschaften, Überstunden etc.
    Bei meinem jetzigen Job arbeite ich in der Regel MAXIMAL 10 Minuten am Tag und das über Wochen (es gibt einfach nicht mehr Arbeit, egal wo ich suche und wen ich frage)!
    Heute verdiene ich mehr Geld als vorher mit dem ganzen Stress und da habe ich mir immer gedacht “Super - mehr Geld weniger Arbeit! Was willst Du mehr”.
    Leider bin ich durch diese Fehleinschätzung wohl in diesen Teufelskreis geraten und versuche nun bisher verzweifelt wieder dort rauszukommen.
    Gut zu wissen, dass man nicht alleine mit dem Problem da steht.

  16. Journalistin 16.

    Hallo zusammen!

    Ich recherchiere einen Artikel über Boreout und suche Leute, die sich am Arbeitsplatz langweilen und sich mit mir darüber unterhalten würden. Bitte schreiben Sie mir ein Mail: ines.vogel@gesundheitstipp.ch.

    Ich freue mich auf Ihre Zuschriften und bin sehr gespannt!
    Gruss, Ines Vogel

  17. Silvia 17.

    Hallo zusammen,

    meine Güte tut es gut, zu sehen dass ich mit diesem Problem nicht alleine bin. Seit über einem Jahr bin ich von meinem Job total gelangweilt und unterfordert. Dadurch hat sich eine solche Lethargie, Desinteresse, Frust und die ersten depressiven Züge entwickelt, dass ich mich, wenn denn mal eine Herausforderung kommt, dann völlig überfordert fühle. Ist das nicht verrückt?
    Gleichzeitig habe ich ein so schlechtes Gewissen meinen Mitarbeitern, Kollegen und der Firma gegenüber, dass ich mich selbst kaum noch leiden kann.
    Die Frage, die mir hier aber stelle ist, ist der Job daran schuld oder die eigene Einstellung? Bringt es mir also wirklich etwas, mich woanders zu bewerben oder ist das nur eine Fluchtreaktion?
    Auf jedenfall werde ich mir jetzt erstmal das Buch bestellen und schauen, was es dazu zu sagen hat…

  18. Evelyne 18.

    Hallo Silvia,

    habe weiter oben schon mal gepostet, aber als ich Deinen Eintrag gerade gelesen hatte, musste ich einfach nochmal posten.
    Weil: genauso ist es bei mir auch, eine Lethargie, die nicht etwa mit getanem Arbeitstag in der Arbeit zurückbleibt, sondern die sich ins ganze Leben einschleicht. Arbeiten z.B. im Haushalt, kleine profane Dinge wie Altpapier runtertragen etc., die einem früher leicht von der Hand gingen, weil sie ja nun wirklich nicht mühsam sind, bleiben unerledigt, einfach, weil ich so energielos bin, mich zu fast nichts mehr aufraffen kann.
    Und nein, ich glaube nicht, dass es an der Einstellung liegt, zumindest nicht in meinem Fall. Was meinste, wie oft ich schon versucht habe, mich zu motivieren, die positiven Seiten meiner Arbeit aufgeschrieben habe, Sicherheit, Zuverlässigkeit, nette Kollegen etc. Oder Tricks wie “jetzt kniest Dich mal voll rein, wird ein Superprojekt diesmal”.
    Ergebnis: Besserung für ein paar Tage, dann schlägt die Unterforderung, das “Rausgewachsen sein aus dem Job” wieder zu und Pfffffffffffff, wie ein losgelassener Luftballon, nur leider nicht zugebunden, verpufft die ganze Energie wieder im Nichts und zurück bleibt die bequeme Leere.
    Irgendwie erinnert mich die ganze Situation bildlich gesprochen wie in einem Riesenhaufen Sch… zu sitzen, die Sch… steht einem bis zum Hals, es stinkt einem, aber es ist weich und warm.
    Heute ist wieder einer jener Tage, an dem ich am Liebsten den ganzen Krempel hinschmeissen würde und mir meine Energie, mein Selbstvertrauen, mein Wissen, mein Können etc. wieder zurückerobern möchte, denn sie waren ja vorher da, ich war ja nicht immer so lethargisch.
    Alles was der Arzt dazu meinte, war ein Rezept für eine Packung Antidepressiva. ICH BRAUCHE KEINE ANTIDEPRESSIVA, ICH BRAUCHE EINEN TRITT IN DEN ARSCH!!!! Was nützt es mir, mir die Situation mit Pillen erträglich zu gestalten? Das ändert nichts an der chronischen Unterforderung und Unzufriedenheit, sicher, die Symptome wären weg, aber die Ursache nicht, und das ist es, was ich anpacken müsste.
    Ich hoffe, hier in dem Hamsterrad der Lethargie endlich mal den Ausgang zu finden bzw. die Notbremse zu ziehen, auszusteigen und mir meiner wieder bewusst zu werden.
    Hoffentlich schaffe ich das bald, denn so wie es jetzt läuft ist es vergeudete Zeit und verschwendete Lebensenergie.
    Alles was es dazu braucht ist ein Quentchen Mut und die anerzogenen mahnenden Zeigefinger “das kannst Du doch nicht machen, das ist zu riskant” “in der heutigen Zeit” “sei froh, dass Du einen sicheren Job hast”.
    Ja, ich habe einen sicheren Job, aber ich bin sicher nicht froh. Und das ist es doch letztendlich das, auf das es ankommt.
    “Finde den Beruf der zu Dir passt und Du wirst keinen Tag in Deinem Leben arbeiten”.

    Puh, ganz schön viel Text, aber das musste einfach raus heute.

  19. Evelyne 19.

    Ups, ich meine natürlich und die anerzogenen mahnenden Zeigefinger…zu ignorieren.

  20. niki 20.

    Ich mache gerade eine Ausbildung zur Bürokauffrau, habe aber schon eine abgeschlossene Ausbildung als kaufmännische Assistentin. Daher verfüge ich bereits über sämtliche Kenntnisse.
    Aber im Moment werde ich angemault, da ich zu schnell bin und meine Abteilung keine Aufgaben mehr für mich hat. Ich helfe nebenbei schon in anderen Abteilungen aus, damit ich überhaupt mal was zu tun habe.
    Ich frage ständig ob ich noch was tun kann, “nein, als Azubi darf man ja eh kaum was machen”, und dann sitz ich nur rum bis ich feierabend habe. Wozu ist man denn Azubi?! Um was zu lernen und gefordert zu werden.
    Ich merke selbst, dass ich wahnsinnig unterfordert bin, da ich Aufgaben brauche, bei denen ich gefordert werde. Morgens mag ich nicht aufstehen, da ich weiß, dass ich sowieso kaum was erledigen darf.
    Mein Job macht mir Spaß, wahnsinnig sogar! Nur im Moment sieht alles nach Unterforderung aus.
    Bei mir macht sich das durch Verdauungsprobleme, ständige Bauchschmerzen und Kreislaufprobleme bemerkbar.
    Ich weiß, dass ich was kann, dass ich schon ein wenig begabt bin. Aber dass ich damit nichts anfangen kann, macht mich fertig.

  21. max 21.

    Hallo!

    Es ist verblüffend, wie sehr sich eure Kommentare mit meiner derzeitigen Situation decken. Mein größtes Problem ist, dass ich mich mit meiner Arbeit (im Büro) einfach überhaupt nicht identifizieren kann. Es erscheint mir alles irgendiwe sinnlos und künstlich aufgebläht. Ich bin von Natur aus eigentlich ein interessierter, neugieriger und motivierter Mensch, doch seit mittlerweile 2 Jahren haben mein inneres Potenzial, meine Energie und in der Folge auch meine Lebensfreude ständig abgenommen. Schlimm daran ist, dass ich die Situation zwar erkennen und beschreiben kann, es mir aber so unglaublich schwer fällt etwas wirklich daran zu ändern. Auch mein vorheriger Job war diesbezüglich sehr ähnlich. Manchmal mache ich mir Vorwürfe, dass ich zu hohe Ansprüche habe und versuche mir einzureden, wie gut es mir denn eigentlich geht. Aber meine gesamte psycho-physische Verfassung sagt mir, dass es nicht so ist. Der Mensch hat einfach andere Bedürfnisse als 8 Stunden am Tag vor dem PC bzw. in sinnentleerten Meetings zu sitzen. Es ist alles eine große künstliche Blase. Bei mir kommt dann noch tägliches Pendeln mit dem Auto dazu. Der Vergleich mit dem Hamsterrad trifft meine Situation ziemlich gut, nur dass ich glaube, dass es einem Hamster in seinem Rad besser geht.

  22. Slomoworker 22.

    Trifft alles auch auf mich zu. Aber hier wird immer von Handeln geredet, gibt es denn konkrete Lösungsvorschläge? Die Tips unter “Good Bye Boreout” lesen sich ja ganz nett, gehen aber davon aus das man die freie Wahl hat. Wenn man die hätte, wäre Boreout tatsächlich kein Problem. In der Regel hat man diese Wahl aber nicht, und ein Jobwechsel kommt nicht in Frage bzw ist zu Risikoreich.

    Wie kann man also Boreout bekämpfen, ohne den Arbeitsplatz wechseln zu müssen?

  23. philippe steiner 23.

    wo zur hölle ist euer problem, wiso schmeisst ihr euren job nicht hin und holt was neues, ich habe vor einem jahr geschmissen und jetz 4 jobs ausprobiert , aber die auch geschmissen das sie alle scheisse sind, ihr seit ein haufen feiger schweine, jammerlappen, heulsusen, machts wie ich kündet und seht dann weiter

  24. julina 24.

    ich fühl mich hier sehr verstanden. scheint so als wäre ich nicht alleine mit meinem täglichen frust. mir geht es so; wenn ich was zu tun habe, dann schiebe ich es vor mir her damit ich immer im hinterkopf habe, dass ich noch was vor mir habe. der gedanke GAR NICHTS zu tun zu haben macht mich unglaublich fertig.
    der aspekt sich eine neue arbeit zu suchen ist sicherlich nicht zu verachten. wenn ich auch anmerken möchte, dass es nicht nötig ist die leute hier so zu beschimpfen.

    ich frage mich was eure chefs dazu sagen, dass ihr nichts zu tun habt. wissen die bescheid? oder versteckt ihr das “Nichts-tun”?
    bei mir ist es so, dass mein chef genau weiß, dass ich nichts bis wenig zu tun habe - was mich noch mehr fertig macht! Dass er auch noch weiß, dass ich quasi däumchen drehe und es ihm aber völlig egal ist.

    ich suche auch gerade nach einer neuen arbeit, leider haben wir jedoch zur zeit eine wirtschaftslage welche die jobsuche ziemlich mager aussehen läßt!

  25. TripleB 25.

    Hallo zusammen,

    ich habe heute einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben. Aber warum? Ganz einfach, ich habe die selben Probleme gehabt wie ihr alle. Bin vor 3 Jahren aus meiner Heimat 250 km weggezogen für den aktuellen Job. Es war ein Karriereaufstieg (zumindest auf dem Papier) Am Anfang sprich die ersten 6 Monate machte es Spaß es war genügend Arbeit vorhanden. Doch dann… pure langeweile.

    Ich habe an vielen Tagen nichts aber auch gar nichts produktives für die Firma erledigt. Nach einem Jahr suchte ich das Gespräch mit der Geschäftsleitung. Ich bekam arbeiten die sonst keiner machen wollte, aber auch diese erledigte ich im Handumdrehen. Ich bin ständig Müde wirklich richtig Müde und weiß nicht warum (ich bekomme defenitv genung Schlaf). Ich vergesse sehr viele Dinge, was früher nie der Fall war. Was sollte ich also machen. Lange habe hin und her überlegt. Mein Job war sicher es war ein Job auf Lebenszeit halbwegs gut bezahlt, was will ich mehr? Das fragten mich viele. Meine Antwort: Ich will gefordert werden! Es bringt mir nichts Jahre in der Firma zu sitzen und mein Hirn verödet. Was bringt einem das? Also habe ich mich vor zwei Wochen entschlossen mal ein paar Bewerbungen zu verschicken. Jetzt habe ich eine neue Stelle. Weniger Geld, einfache Fahrtstrecke 60km (vorher 15km) bin nicht mehr der Leiter der Abteilung nur noch die Vetretung und bin in einem jungen Team alle in meiner Altersgruppe +-10 Jahre. Bin gespannt ab dem 01.01 geht es los. Scheiß auf die Kohle und kurze Anfahrt hauptsache ich werde gefordert ich bin noch zu jung um meine Zeit bis zur Rente abzusitzen. Ich rate euch dazu ändert was auch wenn es schwer fällt, aber wollt ich euer Leben lang unterfordert bleiben. Der Mut zum Arbeitgeberwechsel ist meiner Meinung nach der erste Schritt in die richtige Richtung. Es kann eigentlich nur besser werden.

  26. philippe steiner 26.

    TripleB genau meine worte

    GENAU MEINE WORTE

  27. lupoductus 27.

    Hi,

    Eure Aussagen decken sich absolut mit meiner aktuellen Situation. Ich war jahrelang mit meinem Job zufrieden und hochmotiviert. Dadurch habe ich auch begonnen zusätzlich zu studieren, mich in meinem Beruf höher zu qualifizieren.
    Dann, vor einem Jahr, wurde mir ein “Angebot” gemacht, eine “Karrierrechance”, ein Bürojob mit Kompetenzen und Entwicklung von Projekten für meine Berufsgruppe. Naja, hört sich ja auch toll an…..

    Die Wahrheit dahinter ist, dass ich absolut sinnentleert hinter dem Computer sitze, irgendwelche Excel-Tabellen befülle, an sinnlosen Meetings teilnehme wo über Punkt und Beistrich stundenlang diskutiert wird. Aus den versprochenen Kompetenzen wurde nichts, scheitert nämlich an der unbarmherzigen Hierarchie in einem öffentlichen Großunternehmen.
    So sitze ich tagein und tagaus vor diesem auf gut österreichisch gesagt “depperten” Computer und gebe brav, wie aufgetragen, Daten ein.
    Es ist schlimm, absolut unter seiner Qualifikation zu arbeiten. Weiters kommt dazu, dass mich das Studium aus dieser Fadesse nicht rausreissen kann, weil ich mit dem Studium ohne Lernaufwand gut umgehen kann und somit auch hier keine Herausforderung sehe…..

    Gespräche mit dem Dienstgeber und Abteilungsleiter ergaben nichts, so traf ich vor einigen Wochen die Entscheidung zu kündigen und im Ausland wieder eine Stelle in meinem erlernten Beruf anzutreten. Diese Entscheidung wirkt wie ein Befreiungsschlag, seitdem geht es mir auch wieder gut, auch wenn ich aktuell noch immer hinter dem Computer sitze und Daten eingebe, aber nur noch für 2 Monate :-)

    Darum mein Tipp, wenn es möglich ist würde ich kündigen und eine neue Herausforderung suchen. Es ist dies zwar in der heutigen Zeit etwas schwierig, aber ich denke es wird sicher genug Unternehmen geben die hochmotivierte Mitarbeiter einstellen wollen. Jedoch muss ich dazu sagen, man muss auch flexibel sein und weite Anfahrtsstrecken in Kauf nehmen oder so wie ich einen Ortswechsel vornehmen.

    lg aus Österreich

  28. Mary 28.

    Hallo zusammen,
    kenne eure Situation nur zu gut. Arbeite seit 1,5 Jahren in einer neuen Firma, da ich in der vorherigen überfordert war. Habe nachts schon von der Arbeit geträumt bzw. sehr unruhig geschlafen, weil ich nicht mehr wusste, ich wie ich das alles bewältigen soll. Teilweise bin ich mit extremen Kopfschmerzen von der Arbeit nach Hause gekommen. Daraufhin habe ich mir eben einen neuen Job gesucht und. Anfangs fand ich es in der neuen Firma sehr angenehm, weniger zu tun zu haben (wohl klar nach dem ganzen Stress). Aber schon nach kurzer Zeit hat es mir keinen Spaß mehr gemacht. Die Chefs sitzen direkt um mich herum, sodass sie mich sozusagen “beobachten” können und ich muss zusehen, dass ich beschäftigt aussehe. Hatte mehrere Gespräche mit dem obersten Chef. Da hieß es nur: “Was möchten sie denn alles für Aufgaben?”, “Sie müssen keine Angst haben, dass Sie arbeitslos weden, ich habe noch so viel mit Ihnen vor!” Er hat sich das ganze aber auch wirklich nur angehört und alles blieb nur Gerede… Daraufhin bin ich zum Juniorchef. Dort hieß es nur: “Das liegt an dem Arbeitsplatz hier, da müssen Sie dann in die Verwaltung gehen und nach Arbeit fragen!” Gesagt - getan. Durfte dort aber dann auch immer nur Ablage oder irgendwelche langweiligen Arbeiten erledigen, die mich nicht zufrieden gestellt haben. Zu guter letzt bin ich zum anderen Sohn vom Chef, der da angestellt ist. Der hatte dann zumindest mal ein allgemeines Gespräch angeordnet mit den Chefs und der Verwaltung. Letztendlich kam zu meinem Aufgabengebiet nur eine einzige Aufgabe dazu, die mir am Tag - wenn überhaupt - grade mal 5 min. mehr Arbeit verschafft… Irgendwann bin ich es leid geworden, weiter nach Arbeit zu fragen und beschäftige mich eben irgendwie so weiter. Fange schon an, Bewerbungen zu schreiben. Aber der Arbeitsmarkt ist ja momentan auch nicht grad überfüllt mit Stellenangeboten. Noch dazu kommt, dass ich jetzt auch noch, durch den “Stress durch Langeweile” jedes Wochenende an starker Migräne leide. Das bringt mich langsam zur Verzweiflung… Habe sogar angefangen, nebenbei zu studieren. Nur leider hilft das momentan im Job auch nicht gegen die Langeweile…

    Ich hoffe, ich kann dort bald kündigen und hoffe, dass es dann besser wird. Hoffe auch für euch, dass sich euere Situation bald ändert!

  29. Ice Spike 29.

    In meiner Firma (in der ich über 25 Jahre arbeite) sind mehrere 100 MitarbeiterInnen beschäftigt. Ich hatte nach entsprechenden Qualifikationen die Position eines Teamleiters erworben. Vor meinem aktuellen Job war ich über Jahre einer von 3 Mitarbeitern die direkt der Geschäftsführung unterstellt waren. Jetzt habe ich zwar noch mein Gehalt aus der frühreren Zeit, aber ich erledige derzeit Aufgaben die auch ungelernte Kollegen erledigen können. Ich trage jetzt Post aus (nicht zu vergleichen mit den Mitarbeitern der Post, deren Job ich respektiere); ca 3 bis 4 Briefe pro Tag. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden dann maschinell erfast und das war es dann. Meinen jetzigen Vorgesetzten habe ich bereits darauf angesprochen; der zeigt kein Interesse an meinem Problem. Wegen der Unterforderung wollte er mir die Bestellaufgaben für Broschüren übertragen. Lt. meinem Anwalt, den ich mittlerweile eingeschaltet habe, grenzt dieses Verhalten schon an Mobbing (es kommen noch weitere Verhaltensweisen meines Chefs mir gegenüber dazu, das ist aber hier nicht das richtige Forum). Auch ist mein Anwalt der Meinung, dass es in einem derart großen Betrieb durchaus Aufgaben gibt, die meiner Qualifikation entsprechen. Ich werde also noch das I. Quartal 2010 abwarten….

  30. Elisa 30.

    Wow, ich wusste auch nicht, dass es einen Namen für dieses Problem gibt! Klar, Unterforderung und Langeweile kennt jeder, aber Bureout ist wohl im Prinzip genauso ernst zu nehmen wie Burnout. Bei meinem neuen Job ist es zum Glück nicht so, dass ich unterfordert bin, aber bei meinem alten Arbeitgeber saß ich manchmal stundenlang herum und habe - wie oben beschrieben - noch ein wenig hier, ein wenig da am Projekt herumgebastelt, obwohl es eigentlich schon fertig war. Jetzt hab ich eine Arbeit, die mir Spaß macht, auf die ich mich freue und bei der ich mich passend gefordert fühle, also ich werde nicht zu stark unter Druck gesetzt, bekomme aber dennoch verantwortungsvolle Aufgaben zugedacht. Wie ich erfahren habe, hat man als Arbeitnehmer ja sogar das Recht auf angemessene Arbeit, also “Ihre Tätigkeit muss stets angemessen sein.”. Find ich super, dass der Chef das nicht so einfach bestimmen darf!

  31. workinggirl 31.

    Bei mir war die Sache noch etwas anders und ich habe schließlich gekündigt. Ich hatte keine Langeweile, weil ich nix zu tun hatte, sondern ich hatte mehr als genug an Aufgaben zu erledigen, die mich aber alle komplett unterfordert haben. Was wiederum Langeweile beim “Abarbeiten” verursacht hat. Interessant an der Sache ist, dass man dadurch wirklich antriebslos wird und es sich in das Privatleben hineinzieht. Auch dort wurde ich immer antriebsloser und jeder kleine Handgriff war schon zuviel. Ich war völlig unzufrieden, hatte nicht das Gefühl im Job wirklich was zu leisten, andererseits hatte ich ständig eine lange ToDo-Liste, der Sachen, die ich noch machen musste, im Hinterkopf und fühlte mich richtig abgehetzt. Früh aufstehen war eine absolute Qual und ich habe mich immer energieloser gefühlt. Auch Gedanken an eine recht gute Bezahlung und einen sicheren Job konnten die negativen Seiten irgendwann nicht mehr aufwiegen. Ich habe erkannt, dass ich komplett unterfordert und andererseits vom Pensum her überlastet war. Gespräche mit meiner Vorgesetzten haben nix gebracht, ich hatte sogar das Gefühl, dass sie es absichtlich so macht. Ich habe mich trotz der schwierigen Situation auf dem Arbeitsmarkt entschlossen zu kündigen. Meinen ersten Energieschub hatte ich schon allein durch den Entschluss, der nächste kam mit meiner Kündigung. Ich habe mich immer befreiter und motivierter gefühlt. Jetzt habe ich einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben und hoffe, dass es diesmal besser passt und ich gefordert und gefördert werde, auf jeden Fall bin ich hochmotiviert. Ich kann allen nur raten, wenn es euch irgendwie möglich ist, solche Arbeitsverhältnisse zu kündigen. Schon allein die passive Rolle zu verlassen und sein Leben in die Hand zu nehmen, zu “steuern”, bringt ungeahnte Energien zurück, die man gar nicht mehr für möglich gehalten hat!!!!

  32. Lukas 32.

    @workinggirl: Absolut, es zerrt am Privatleben. Eine Kündigung von eigener Seite wird umungänglich.

    Ich finde, es ist eine schleichender Prozess. Vor knapp 4 Jahren meine Lehre abgeschlossen und ab diesem Zeitpunkt ging es bergab. Es begann mit einfachen Fehlern. Echte Erklärungen dafür gab es von meiner Seite aus kaum. Es war die rede von Vergesslichkeit bis Desinstresse an der Arbeit. Fristen wurden gesetzt um Druck auszuüben, mehr Leistung zu bringen. Ein Zufall brachte mich auf das Problem. Ich hatte noch Zivildienst zu leisten. Ein paar wenige Monaten nur, ganz egal. Es gab Zeit zum reagieren. Die Gespräche zur aufnahme waren durchwegs Positiv, auch für einem selbst. Von diesem Zeitpunkt an ging es schnell. Kündigung eingereicht, etliche Bewerbungen immer und immer wieder neu geschrieben, Stellenzusage erhalten.

    Ich denke, es ist ganz wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein. Sich die Frage zu stellen, stimmt es für mich.

  33. Susilein 33.

    Wegbewerben ist ja schön und recht; das Problem an der Sache ist “nur”: die Jobs liegen ja (gerade jetzt) nicht gerade auf der Straße, schon gar nicht diejenigen für Höherqualifizierte. Und einen sicheren Job mit sicherem Gehalt einfach hinzuschmeißen ist doch auch Irrsinn - von irgendwas muss man ja schließlich leben, die Miete zahlen, etc.!
    Was ich besonders tragisch finde: Die Chefs (meiner auch) reagieren überhaupt nicht! Man sagt ihnen klar und deutlich, was Sache ist - und nix passiert!? Hat man nicht etwa ein Recht auf (angemessene) Arbeit oder sowas?

  34. betongpfeiler 34.

    hab das gleiche problem. gibt es hier leute, die bereits gewechselt haben und schon etwas laenger im neuen job sind? welche mechanismen fuehren zu dem problem? was kann ich persoenlich dagegen tun. (die strategien in obigem text sind m.M. keine konkreten handlungsanweisungen. sorry fuer die kleinschreibung aber ich tipple das vom smartphone, damit es unserer it nicht auffaellt:-)

  35. xyz 35.

    hallo,
    mir geht es ähnlich wie oben beschrieben. ich fühle mich total unterfordert an meiner arbeit. meine ziele übertreffe ich jedes jahr. das ist langweilig. das einzige, was mich noch ein bisschen reizt, ist zu versuchen, die beste zu sein.
    neue aufgaben kriege ich nicht, da das bei uns so doll organisiert ist, dass das nicht so einfach geht. niemand sieht, dass ich viel mehr könnte und es interessiert auch keinen. das einzige, was mich an dem unternehmen hält, sind ein paar wenige personen, die mir sehr wichtig sind und die hoffnung, dass irgendwann doch mal jmd mehr in mir sieht als jmd für das langweilige immer gleich bleibende operative geschäft.
    würde ich mich nicht privat weiterbilden, hätte ich das gefühl irgendwann völlig zu verblöden.

  36. Hena 36.

    Hallo,
    wie gut ich euch doch verstehe. Ich habe meine Ausbildung im Verkauf (Bäckerei), 2005 angefangen und bin seit Oktober 2007 Filialleiterin.

    Hört sich soweit gut an, als Azubi ne eigene Filiale und so.
    Nur habe ich keine Kollegen um mich, bin immer alleine, mache Tag für Tag das gleiche, die Aufgaben, dich ich zu erledigen haben, kann ich alle an einem Tag lösen und mir ist noch langweilig und dann bleiben noch weitere fünf Tage übrig.

    Das, was ich jetzt tue, ist nicht das, was ich gelernt haben. Ich hatte Kollegen, immer etwas zu tun und manchmal mehr Stress als mir lieb war.
    Und jetzt bin ich dauer müde habe keine Lust auf nichts und bin immer schnell auf 180.

    An einen Jobwechsel dachte ich schon.
    PUSTEKUCHEN. Find mal was war meine Erkenntnis, also hatte ich schnell keine Lust mehr noch weiter zu suchen.

    Jetzt habe ich seit einer Woche ein Nervöses Augenzucken, dass zum Glück nicht auffällt, ich merke es nur und es stört total.

    Was soll ich machen, für ein Hobby habe ich keine Lust mehr, ich bin am 13.30 Daheim (Arbeitszeit MO-SA von 6-13.15) und alle anderen sind bis mindestens 16 Uhr auf Arbeit. Also kann ich auch zu keinem sagen: “Hey komm wir geghn mal dahin oder machen mal das!”

    Ist doch mehr geworden als gedacxht, aber das musste mal sein, weil mich keiner versteht.

  37. Raffa 37.

    Hallo,
    für mich persönlich erschreckend wie viele Aspekte mit meiner täglichen Praxis übereinstimmen.
    Ich bin bei einem großen deutschen Unternehmen als Dualer Student beschäftigt, d.h. ich habe Studienzeiten an einer Fachhochschule und immer wieder auch betriebliche Praxiseinsätze (derzeit der längste Praxiseinsatz von Januar bis Mai).

    Ich bin mir dessen bewusst das man als Azubi im ersten Jahr mit Sicherheit keine Aufgaben mit großer Verantwortung erhällt und außerdem bin ich mir nicht zu schade viele kleine Tätigkeiten zu machen die andere Kollegen nicht machen würden. Doch auch bei mir herrscht das Problem das ich, bei wohlbemerkt 7 Stunden Pflichtarbeitszeit am Tag, nicht einmal genug kleine Aufgaben zusammen bekomme.
    Mangels des Aufgabendrucks stagniert natürlich auch mein betrieblicher Lernerfolg. Meinen Chef (der mir im Büro gegenüber sitzt) habe ich des öfteren darauf hingewiesen, dass ich bereit bin mich voll ins Team einzubringen. Nach diesen Gesprächen war die Euphorie für ein paar Tage auch ganz groß und teoretisch sei das ja kein Problem mir Aufgaben zu geben, ich müsse nur Kollegen ansprechen. Das Problem ist nur, keiner fühlt sich verantwortlich mich nur ansatweiße in eine Thematik einzuarbeiten sodass ich in Zukunft ganze kleine Projekte selbst bewälltigen könnte.
    Mangelnde Motivation auch schwierige Aufgaben in Angriff zu nehmen herrscht nicht bei mir, denn ich merke selber an Tagen wo ich etwas zutun habe wie schnell 7 Stunden (+ Überstunden) vorbei sein können wenn man eine Aufgabe hat an der man basteln kann.
    Abgesehen davon habe ich auch schon des öfteren ein schlechtes Gewissen gehabt wenn man bedenkt das das Unternehmen für mich einen 5 stelligen Betrag alleine für das Studium investiert (Ausbildungsgehalt nicht mit berücksichtigt), dass ich derzeit dafür zu wenig im Betrieb leiste. Andererseits bin ich am Anfang meiner betrieblichen Ausbildung die wiederum sehr wenig Überschneidungen mit dem Studium hat, steht mir deshalb nicht das Recht zu auch dort angeleitet zu werden indem ich in das Tagesgeschäft integriert werde.

    Bin kein Typ der aufgibt und hab die Hoffnung noch lange nicht verloren. Nur merke ich das die Problematik “Boreout” langsam an meiner Motivation nagt und ich meine berufliche Entwicklung langfristig gefährdet sehe.

    Alles gute an alle, nicht den Kopf hängen lassen!

  38. Steffi 38.

    Mein Freund meinte heute morgen zu mir, ich sähe nach Boreout aus… Hatte bis dato nie was davon gehört, da ich mal wieder kaum was zu tun habe, bin ich mal googlen gegangen. Und er hatte recht, passt wie die Faust aufs Auge. Nur bei mir war es mal anders. Wir hatten Projekte, viel zu tun und es gab teilweise 40 Überstunden im Monat. Damit hatte ich null probleme. Dann kam die Nachricht, dass unser Mutterkonzern aufgekauft wird. Seitdem gibt es immer weniger zu tun. Trotz Stellenabbau und einigen Mutterschaftsabwesenheiten sind die arbeiten gut zu schaffen. Es gibt einfach keine neuen Projekte mehr. Dann habe ich mich präventiv auf dem Arbeitsmarkt umgeschaut. Tja. die Anforderungen haben sich da etwas verändert. Also fange ich im April eine Fortbildung an. Die zahlt meine Firma, nur darf ich dafür ein Jahr nicht kündigen, bin also sozusagen hier gefangen :-(

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